eAU: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kommt

Fieberthermometer und Medizin als Sinnbild für die digitale Krankschreibung, abgekürzt eAU

Schneller, einfacher und nahezu papierlos: Mit der Umstellung des „Gelben Scheins“ auf die digitale Version der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) sollen die Vorgänge rund um die Krankschreibung erleichtert werden. Noch krankt es allerdings noch an der technischen Umsetzung. Doch zum 1. Januar 2023 soll es so weit sein. Was kann die eAU?

Wie lief es bislang mit der Krankschreibung?

Bislang war es so, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Patient:innen auf Papier ausgehändigt wurde – aufgrund der Optik heißt die Krankschreibung im Volksmund deshalb auch gern „Gelber Schein“. Der bestand aus einer Seite mit drei Durchschlägen: Einer verbleibt in der Arztpraxis, einer kommt in die eigenen Unterlage. Außerdem musste ein Exemplar an die Krankenkasse und eins an die Führungskraft oder Personalabteilung geschickt werden. 

Ganz schön aufwendiges Verfahren – gerade, wenn der eigene Zustand krankheitsbedingt gerade nicht so super ist. Hat ja auch nicht jeder Briefmarken zuhause herumliegen. 

Wie ist eigentlich die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geregelt? Das erfahrt ihr hier.

Was ändert sich durch die eAU?

Mit der elektronischen AU, die schrittweise seit dem 1. Oktober 2021 eingeführt wird, soll das jetzt einfacher werden. Die Arztpraxis übermittelt die Arbeitsunfähigungsbescheinigung elektronisch an die Krankenkasse. Dort fragen Arbeitgeber:innen sie dann digital ab. Weniger Papierkram, weniger Aufwand – tolle Sache! 

Kleiner Insider: Das Ganze soll es natürlich auch nicht für die Patient:innen einfacher machen, sondern ist Teil des (Achtung, tief Luftholen:) Bürokratieentlastungsgesetzes. 

Wo liegen die Tücken?

Auch wenn die Digitalisierung einiges erleichtert: Voll automatisiert sind die Abläufe dadurch nicht. Wie beschrieben, müssen Arbeitgeber:innen die AU-Daten aktiv bei der Krankenkasse anfragen, da gibt es also keine automatische Benachrichtigung. 

Die Daten müssen außerdem manuell geprüft werden. Sprich: Wenn Mitarbeitende sich krankmelden, sollten sie gleich die Daten ihrer Krankschreibung mit aufgeben. Und diese Daten muss die Personalabteilung dann mit denen von der Krankenkasse abgleichen. Der Aufwand für Unternehmen wird also nicht zwingend geringer. Aber hey, immerhin wird durch die Digitalisierung Papierkram gespart.

Wann startet die eAU?

Keine technologische Neuerung ohne Kinderkrankheiten: Die technische Umsetzung in den Praxen erwies sich als schwieriger als geplant; immerhin benötigen sie dazu eine bestimmte Anbindung an ihre Software, und das bundesweit. Unter anderem deshalb hat sich die bundesweite Einführung der eAU insgesamt verzögert. Die Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenkasse funktioniert seit dem 1. Juli 2022. Der Abruf der Daten bei der Krankenkasse durch die Arbeitgeber:innen soll zum 1. Januar 2023 Standard sein. Erst dann kann die digitale Krankschreibung den gelben Schein endgültig ersetzen. 

Ausprobiert wird aber natürlich schon fleißig. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden allein im ersten Quartal 2022 mehr als eine Million Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zwischen Kassen und Arbeitgeber:innen ausgetauscht. Auch wir von summarum haben freiwillig daran teilgenommen und unsere internen Abläufe und die unserer Agenturen auf eAU-Tauglichkeit zu testen. Wißbegierde ist schließlich unser zweiter Vorname. Fazit: Wir sind bereit. Nun sind wir gespannt, wie die flächendeckende Umsetzung funktionieren wird!

Was ist mit der telefonischen Krankschreibung?

Am Gang in die Praxis ändert auch die eAU nichts. Hier heißt es noch analog, sprich persönlich, statt digital. Zwar gab es von 2020 bis 2022 zeitweise die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung. Die Initiative war aber der Corona-Pandemie geschuldet:

Um volle Wartezimmer und lange Wartezeiten zu vermeiden und somit Arztpraxen und Patient:innen zu entlasten, reichte in dem Zeitraum ein Anruf bei der Ärztin oder dem Arzt. Jedenfalls, wenn es sich um „leichte Erkrankungen der oberen Atemwege“, also Husten, Schnupfen, Heiserkeit handelte. In dem Fall konnten Hausärzte und –innen eine telefonische Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von bis zu sieben Tagen aussprechen. Sie konnte einmalig um bis zu sieben Tage verlängert werden. Doch im Zuge der sinkenden Infektionszahlen und milden Verläufen wurde  diese Regelung zum 31. Mai 2022 aufgehoben. 

Hast Du weitere Fragen zur Einführung der eAU? Frag uns – wir haben die Antworten darauf.

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